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Autor Thema: Keilkopf und Mottkopf, Lattengebirge

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Offline BFklaus

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Keilkopf und Mottkopf, Lattengebirge
« Antwort #0 am: Mi, 18. Mai 2016, 23:11 »
Ich wusste, dass es einen Keilkopf gibt, knapp 300 Hm oberhalb der Steinernen Agnes im Lattengebirge. Vom Mottkopf hatte ich noch nie gehört, er taucht nicht mal in der AV-Karte auf, auch nicht im AV-Führer, aber in der Wundertüte namens Internet. Dort habe ich am Sonntag zufällig einen Blogbeitrag über Keilkopf, Mottkopf und das sagenumwobene Teufelsloch gelesen und es war sofort klar: das wäre was für mich.

Vom Wanderparkplatz „Steinerne Agnes“ stieg ich den markierten Wanderweg hoch zum Rotofensattel. Unterwegs wurde ich von einer Gams willkommen geheißen (Foto 01), natürlich auf gämsisch. Stunden  später hätte ich mir gewünscht, ich wäre selbst eine, doch der Reihe nach.

Im erwähnten Blogbeitrag wurde vermutet, dass direkt von der Steinernen Agnes (Foto 02)  eine Latschengasse zum Teufelsloch führt. Die Blogger selbst hatten aber einen anderen Aufstieg gewählt. Tatsächlich fand sich oberhalb der Agnes eine leidlich freigeschnittene Latschengasse, der ich folgte. Nach nicht einmal 50 Hm, an einem Aussichtsfelsen, war Schluss, die Latschengasse erwies sich als Sackgasse!

Ich meinte zu sehen, dass das Latschenfeld nach Osten hin nicht besonders breit sei, vielleicht 50 m, und begann zu Queren. Nach 50 m war aber immer noch kein Ende in Sicht. Ich fand gut begehbare Grasrinnen, die stets im Unterholz endeten, jede Menge Gamswechsel, denen ich kriechend, kletternd und fluchend zu folgen versuchte. Kurz und knapp: gut 200 Hm kosteten mich etwa zwei Stunden Latschenkampf pur. Endlich traf ich am Kamm zwischen Mottkopf und Keilkopf auf eine bestens freigeschnittene Latschengasse, der ich nach Westen zum Keilkopf folgte.

Ich stieg über den Ostgrat auf den Keilkopf, dabei sind einige Kletterstellen im II. Grad zu überwinden. Später sah ich, dass am westlichen Ende des Keilkopfs ein etwas leichterer Steig auf den Gipfel führt. Der Gipfel ist mit einem Steinhaufen (Foto 03) markiert, ohne Gipfelbuch. Im Westen sind der Dreisesselberg (über dem Rucksack) und der Karkopf (links am Bildrand) zu erkennen.

Den interessanteren Ausblick hat man Richtung Osten (Foto 04). Im Bildhintergrund zeigt sich der Untersberg. Von links nach rechts sind Hinterer Rotofen, Mittlerer Rotofen (Busen der Hexe) und Mottkopf zu sehen. Nach einer ordentlichen Brotzeit war ich wieder bei Kräften und stieg zur Latschengasse ab.

Der Mottkopf lässt sich relativ einfach besteigen, der Schwierigkeitsgrad übersteigt I nicht. Kurz unterhalb des Gipfels wird ein Brett als Sitzbank verwendet. Auch hier gibt es weder Kreuz noch Buch. Foto 05 zeigt den Ostgrat des Keilkopfs vom westlichen Gipfel des Mottkopfs aus.

Natürlich habe ich auch nach dem Teufelsloch gesucht. Kleinere Höhlen und Löcher gibt es da oben genug, aber unter einem Teufelsloch stelle ich mir was Riesiges vor, etwas, was sofort auffällt. Und da war nichts.

Vom Mottkopf zum markierten Wanderweg stieg ich jetzt durch den lichten Bergwald ab, gelegentlich sieht man da Steigspuren, keine Latschenkiefern in Sichtweite. Am Brotzeitfelsen unterhalb des Rotofensattels bog ich auf den schnelleren, unmarkierten Jägersteig ab. Dort traf ich auch meine Gams vom Vormittag wieder, zumindest sah sie genau so aus: braune Augen, braunes Gewand und ein Geweih …

Offline schneerose

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Re: Keilkopf und Mottkopf, Lattengebirge
« am: Do, 19. Mai 2016, 08:29 »
Servus Klaus,

Tatsächlich fand sich oberhalb der Agnes eine leidlich freigeschnittene Latschengasse, der ich folgte. Nach nicht einmal 50 Hm, an einem Aussichtsfelsen, war Schluss, die Latschengasse erwies sich als Sackgasse!

Das hätte ich auch schon mal probiert, aber ich bin dann am Aussichtspunkt umgedreht.  :)

Natürlich habe ich auch nach dem Teufelsloch gesucht. Kleinere Höhlen und Löcher gibt es da oben genug, aber unter einem Teufelsloch stelle ich mir was Riesiges vor, etwas, was sofort auffällt. Und da war nichts.

Hm, komisch.
Ich war letztes Jahr mal oben am Teufelsloch, ohne Latschenkontakt rauf.  #hihi#
Das ist eigentlich nicht zu übersehen, wenn man dran vorbeikommt.  :o
Dann bist du wahrscheinlich nicht weit genug rüber?

Offline BFklaus

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Re: Keilkopf und Mottkopf, Lattengebirge
« am: Do, 19. Mai 2016, 09:37 »
Ich war letztes Jahr mal oben am Teufelsloch, ohne Latschenkontakt rauf.  #hihi#
Das ist eigentlich nicht zu übersehen, wenn man dran vorbeikommt.  :o
Dann bist du wahrscheinlich nicht weit genug rüber?
Servus schneerose,

ich bin ja über den Ostgrat auf den Keilkopf gestiegen und da auch wieder runter. Den westlichen Teil des Keilkopfs habe ich mit Abstand angesehen. Ist dort das Teufelsloch? Hast du ein Foto davon?

Gruß
Klaus

Offline schneerose

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Re: Keilkopf und Mottkopf, Lattengebirge
« am: Do, 19. Mai 2016, 09:59 »
Ich such abends mal die Fotos raus.
Wobei ich schon auch gestehen muß, daß ich da oben am Grat etwas orientierungslos war.  #gruebel#


Offline MuM.Koeppl

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Re: Keilkopf und Mottkopf, Lattengebirge
« am: Sa, 21. Mai 2016, 22:06 »
Teufelsloch

Offline schneerose

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Re: Keilkopf und Mottkopf, Lattengebirge
« am: Mi, 25. Mai 2016, 21:22 »
Mit dem Bild ist mir inzwischen ja jemand zuvor gekommen  :)

Was mich etwas verwirrt:In dem Blog (Ich geh mal davon aus, daß wir dieselbe Quelle haben  ::)) les ich das so, daß das Teufelsloch zwischen Mottkopf und Keilkopf liegt. Aber dann hättest du ja eigentlich dran vorbei kommen müssen, oder?
Wie gesagt, ich war oben am Grat leider ziemlich ratlos. Mottkopf, Keilkopf ...
Ich bin damals ca. 20 min. östlich von der Steinernen Agnes zum Grat rauf, durch lichtes Gelände. Weiter oben bin ich dann sogar auf Steigspuren getroffen, allerdings hab ich die beim runtergehen dann auch wieder verloren.

Offline MuM.Koeppl

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Re: Keilkopf und Mottkopf, Lattengebirge
« am: Do, 26. Mai 2016, 12:50 »
Der Gratweg

Offline MuM.Koeppl

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Re: Keilkopf und Mottkopf, Lattengebirge
« am: Do, 26. Mai 2016, 12:51 »
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Offline BFklaus

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Re: Keilkopf und Mottkopf, Lattengebirge
« am: Di, 31. Mai 2016, 21:09 »
Vielen Dank, schneerose und MuM.Koeppl, für die sehr hilfreichen Anmerkungen und Fotos. Mir ist dadurch klar geworden, dass ich gar nicht auf dem Keilkopf war, sondern auf einem Gipfelchen davor, in Foto 09 mit "?" gekennzeichnet.

Angeblich sollte heute der schönste Tag der Woche werden, deshalb zog ich noch mal los. Leider hat es dann den ganzen Tag geregnet. Gestartet bin ich diesmal am Klaushäusel, den Weißbachgraben hoch, an der Rotofendiensthütte vorbei Richtung Rotofensattel. Den latschenkampffreien Steig zum Mottkopf habe ich auf Anhieb gefunden. Wenn man sehr genau hinschaut erkennt man Steigspuren und ziemlich viele Steindauben im oberen Bereich.

Ich passierte Mottkopf und "?"-Gipfel und stand wenig später am Teufelsloch (Foto 06), das am Fuße des Keilkopfs liegt.

Der latschenbewachsene Keilkopf ist recht einfach über eine gut ausgeschnittene Latschengasse zu besteigen. Vom Gipfel hat man gleich den Dreisesselberg im Blick (Foto 07). Der Pfad führt weiter am Grat entlang. Die Latschengasse wurde erst kürzlich wieder freigeschnitten. Einige Gamswechsel erschweren die Orientierung, im Zweifel dicht am Grat bleiben. Im Bereich der Nebelbank am linken Bildrand von Foto 07 geht es steil bergan. Dort hilft ein Fixseil (Foto 08), das MuM.Koeppl bereits erwähnt hat, beim Überwinden der Schlüsselstelle, ohne Seil ein IIIer.

Oben angekommen, muss man sich ohne große Steigungen durch teils sehr enge Latschengassen zwängen. Kurz unterhalb des Gipfels quert man kurz in die Nordflanke und erreicht schließlich den markierten Wanderweg, der in wenigen Minuten zum Gipfel des Dreisesselbergs führt. Vom Wanderweg aus bietet sich ein schöner Blick zurück auf den Grat (Foto 09), mit dem Teufelsloch (verdeckt) zwischen "?"-Gipfel und Keilkopf.

Abstieg auf dem markierten Wanderweg Richtung Agnes und wieder zum Weißbach runter. Im oberen Steigabschnitt entdeckte ich ein durchnässtes Einzianpaar (Foto 10), auch bei Regen wunderschön!

Offline RossiS

  • † 06.06.2018
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Re: Keilkopf und Mottkopf, Lattengebirge
« am: Fr, 03. Jun 2016, 12:29 »
Servus Klaus un alle Anderen,

danke für die Tips und Anregungen! Die Runde muss ich beizeiten auch mal probieren. Sieht toll aus!

Das Lattengebirge hat ja so einige einsame, urige und landschaftlich schöne Steigerl in petto. Wenn nur die vielen Latschen nicht wären. Hab letzthin auch wieder zwei so Kandidaten gefunden.

Einen Abstieg vom Rachelboden zum Alpgartensteig und einen anderen im Bereich Blaikenberg/Brandschneid.
Vor allem der Erste ist teilweise recht wild.
Beide sind im aktuellen Bayern Atlas nicht mehr eingezeichnet. Wer Infos haben will kann gerne schreiben...

VG
Rossi